Sep 12, 2016

Bericht Abschied Schulleiter


Alles hat ein Ende …

… nur die Verabschiedung unseres Schulleiters Herr Heuser vollzog sich in mehreren Stufen. Doch das Beste kommt zum Schluss. Vorletzter Schultag, seit Wochen herrscht Lethargie auf beiden Seiten der Lehrertische in den Klassenzimmern, Vorfreude auf die sich ankündigenden, aber irgendwie nicht beginnen wollenden Sommerferien (während Urlaubskarten die Briefkästen frequentieren). Doch ein, wenn nicht DAS (Groß)Ereignis der letzten Tage steht noch aus. Lange hat es sich angekündigt.  Einzelne Schüler, ganze Klassen wurden in der Kunst rhythmischen Bechergebrauches unterrichtet. Sportlehrer und Zehntklässler betreuten die Erarbeitung von Bodenturn-, Sprung- und Tanzdarbietungen.  Der Cup-Song war in aller Munde, doch keiner hatte eine Vorstellung, wie die gesamte Schülerschaft diesen zur zufriedenstellenden Aufführung bringen sollte. Und die Hauptperson, für die die ganze Aufregung gedacht war, hatte (offiziell) sowieso keine Ahnung.

 

An besagtem vorletztem Schultag ist es dann soweit. Seit dem Vortag wurde die Sporthalle vorbereitet, Kabel verlegt, Sportgeräte aufgebaut, Lautsprecher angeschlossen, Mikrofone installiert, … unzählige bunte Plastikbecher bereitgestellt, für jeden Schüler einen. Ein hübscher Anblick auf der orangenen Tribüne der Halle. Bevor diese sich füllte, geschäftiges, konzentriertes Treiben; Warmup der Band, Warmturnen der Gymnas(ias)tengruppen. Um 9.08 Uhr betritt die erste Klasse den Ort des Geschehens, Schuhe aus, um striemenfreies Parkett zu gewährleisten. Unruhe erfüllt den erhitzten Raum. Als alle bereit sind, das unsichtbare Signal an Herrn Heuser: „Bitte kommen Sie in die Neue Sporthalle.“ Da ein Schulleiter von Amts wegen offiziell alles wissen muss, wusste Herr Heuser natürlich um ein Ereignis, hatte aber keine Vorstellung von dessen Ausmaßen. Nichtsdestotrotz begleitet ihn seine Gattin. Sie betreten das Hallengelände, die Band beginnt zu spielen. Beim Hineingehen Gesang: „Highway to Hell“. Unter Applaus der lange Marsch zum vorbereiteten Ehrenplatz: Sonnenblumen, zwei Stühle, Ventilator und eine Kühlbox mit Getränken zur Erfrischung in der sich weiter aufheizenden Halle. Let the show begin.

Frau Ballas-Mahler und Herr Dr. Friedrichs führen durch das Programm, ein „umfangreiches Eventpaket mit vielen kleinen Päckchen“ wird versprochen … und gehalten. Das Ticket ist gesichert, süße Gesellschaft sitzt nebenan und statt Whisky erfrischt kühles Wasser: „You‘re gonna miss me when I´m gone“. Die Becher kommen zum Einsatz und das Spektakel funktioniert. Applaus, man feiert sich selbst, Becher fliegen in die Luft, auf zum nächsten Highlight. Bodenturner zeigen Räder, Kopfstand und Spagat, während der Sprungshow fliegen und drehen sich Körper durch die Luft. Der 11er Chor nimmt die Zeile „ (…) ich will Dich nicht verlier‘n (…)“ zum Anlass, um mit „Verdammt ich lieb Dich“ seinen Gefühlen zum scheidenden Meister Ausdruck zu verleihen. Eine unter 493 Schülern durchgeführte und nun präsentierte Umfrage bezüglich ihres Schulleiters visualisiert die hohe Achtung der Untergebenen, die sie ihrem Herrn und Gebieter entgegen bringen. Tanzaerobic, ein französisches (Kurz)Theaterstück vom Taschendieb, der in Paris umgeht, folgen. Standing Ovations verursacht Fabias Interpretation von „My heart will go on“. Und dann werden alle Zeuge einer Begegnung der dritten Art, die Herr Heuser mit sich selbst hat. Denn „Hier kommt Mister knackig hart wie Stahl“ durch die Papierwand gestiegen, und fordert „K wie kernig und Kanone absolut und optimal“ sich selbst zum Tanz auf. „Alle rufen alle grooven (…)“ und „ohne Helm und ohne Gurt“ dafür mit Rückenwind und ohne Flaute wagt Kurt den Tanz mit sich selbst. „Denn wo Kurt ist tobt das Leben, Kurt ist da wo alle sind (…) Bei Kurt da knalln die Korken, bei Kurt da brennt die Luft (…) den wollt ihr, den bekommt ihr (…) euer Kurtilein“. Welch ein Spaß: Herrn Heuser gefällt er sichtlich und die Menge tobt. Das verlangt nach Abkühlung und einer Brise Seriosität. Mit gewohnt knappen und präzisen Worten danken der Elternbeiratsvorsitzende und sein Stellvertreter, Herr Menzel und Herr Schlenker, im Namen aller Eltern für die souveräne Führung durch zwölf Jahre turbulentes Schulleben. Nach fast zwei Stunden Päckchen öffnen nähert sich das Event seinem Ende. Die Band bereitet Heusers „Leaving on a jet plane“ vor. Frau Ballas-Mahler dankt und würdigt Person und Arbeit des zukünftigen Pensionärs im Namen der gesamten Schulfamilie und gibt die Arena frei für den Lehrerchor, denn das Ende ist in Sicht und das Beste kommt zum Schluss. Danke Herr Heuser!


plants