Verkehrserziehungstag am Gymnasium Weikersheim

Am Montag, den 5. Oktober wurde am Gymnasium Weikersheim zum mittlerweile dritten Mal in Folge ein Verkehrsübungstag für die Klassen 8 und 11 veranstaltet. Schulleiter Hr. Heuser begrüßte zusammen mit dem Verkehrsbeauftragten des Gymnasiums Hr. Spirk die Verkehrsexperten der Verkehrswacht, der Polizeistationen Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim, des Roten Kreuzes Bad Mergentheim, des Busunternehmens Nitschke sowie der Fahrschule Thürauf aus Weikersheim.

Die Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe erlernten zunächst  Grundlagen der Ersten Hilfe, neben der stabilen Seitenlage wurde an Puppen auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung ausprobiert. „Am eigenen Leib“ erkannten die Schüler anschließend bei einer Busfahrt, dass eine Vollbremsung mit vergleichsweise langsamen 15 km/h sehr große Kräfte freisetzt. Anschnallen sollte also auch gerade im Bus selbstverständlich sein! Zurück in der Schule wurde von Hr. Windt auf die versteckten Gefahren der Alkopos hingewiesen, außerdem simulierten die Schüler mithilfe von Rauschbrillen deren Wirkung und durchliefen einen Hindernisparcours. Einen weiteren Schwerpunkt der Verkehrserziehung in der achten Klasse bildete zudem das Thema Fahrrad und –helm. Bei einem Unfall oder Sturz erleiden Radfahrer häufig Kopfverletzungen. Viele Radfahrer, die dabei gestorben sind, hätten mit einem Fahrradhelm überlebt, so Polizeihauptmeisterin Sabine Hönninger vom Polizeipräsidium Heilbronn, Referat Prävention, Außenstelle Tauberbischofsheim. Für den sogenannten Praxis-Test hatte sie drei verschiedenfarbige Puddings gekocht und in sogenannten Gehirnpuddingformen gegossen. Im Unterricht konnte den Schülern dadurch verdeutlicht werden, wie leicht verletzlich die Gehirnmasse bei einem Sturz ohne Schutz  ist.

Als zusätzliches Angebot für die Rad fahrenden Schülerinnen und Schüler  unserer Schule konnten diese ihr Zweirad mit zur Schule bringen und auf sicherheitsrelevante Mängel überprüfen lassen. Kommissar David und sein Team kontrollierten jetzt zu Beginn der dunklen Jahreszeit insbesondere die Lichtanlage, Reflektoren und die Bremsen. Auch die Verkehrswacht unterrichtete die Radfahrer, auf einem so genannten „E-Bike-Simulator“ konnten die Achtklässler(innen) ihre Reaktionszeiten und Bremswege überprüfen.

 

Die Schüler(innen) der Oberstufe fanden in Hr. Thürauf einen sehr erfahrenen Fahrlehrer, der auf jede Frage eine Antwort wusste. Neben dem „Führerschein mit 17“ standen zudem die besonderen Gefährdungen von jungen Motorradfahrer(innen) auf dem Stundenplan.

Polizeihauptkommissar Erwin Weiß hatte in den höheren Klassenstufen das Thema „Junge Fahrer“ mit dem Schwerpunkt „Alkohol im Straßenverkehr“ gewählt.

So führte er aus, dass gerade bei Fahranfängern und Fahranfängerinnen Alkohol am Steuer besonders gefährlich ist, denn das Zusammenwirken von Unerfahrenheit und Enthemmung durch Alkohol erhöht das ohnehin schon hohe Unfallrisiko dieser Zielgruppe. Erwin Weiß fasste es so zusammen: Die „Jungen Fahrer“, Altersgruppe 18 – 24 Jahre, stellen 8 Prozent der Wohnbevölkerung dar, sind aber mit 25 Prozent schuldhaft an den schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Daneben sind Wahrnehmungsstrategien und Automatismen bei den „Jungen Fahrern“ erst im Aufbau. Diese müssen komplexere Fahraufgaben noch bewusst vollziehen und sind deshalb für die negativen Alkoholwirkungen besonders anfällig. Die Ergebnisse der Auswertungen von Blutuntersuchungen tödlich verunglückter Fahrer(innen) belegen, dass bereits eine Alkoholkonzentration von 0,1 Promille bei dieser Altersgruppe, zu einem 25 prozentigen Anstieg des Risikos führt, im Straßenverkehr zu verunglücken.

Bei Hr. Spirk konnten die Oberstufenschüler(innen) anschließend mithilfe einer Computersimulation die Auswirkungen von Geschwindigkeitsüberschreitungen erfahren. So führt schnelles Fahren unter anderem zu einer erstaunlichen Zunahme des Bremsweges, ein Crash ist aufgrund von physikalischen Gesetzmäßigkeiten auch bei kurzen Reaktionszeiten nicht zu verhindern.

Weiterhin konnten die Schüler in Gruppenarbeit als Teilnehmer(in) eines Rollenspiels gefährliche Situationen während einer Autofahrt nachempfinden. Durch verschiedene Maßnahmen sollten sie als Mitfahrer(innen) auf das Fahrverhalten des Fahrzeugführers einwirken und mithelfen, Unfälle zu verhindern.

Durch die Expertise der beteiligten Verkehrsexperten und dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer konnte am Gymnasium Weikersheim auch in diesem Jahr eine gelungene Verkehrsübung durchgeführt werden.

plants